Erst lösen die sinflutartigen Regenfälle am späten Abend geradezu bewundernde "aahs" und "oohs" aus. Aber nur im sommerlich temperierten Wohnzimmer. Ein Blick in den eigenen Keller ändert die Stimmung schnell: Alles unter Wasser. Nun ist scheppen angesagt. Immer mit dem großen Eimer. Einer scheppt, einer kippt aus, einer scheppt, einer kippt aus. Unzählige Mal, dann ist eine kurze Pause angesagt. Just in dem Moment erscheint gegenüber Adi im blau-zuckenden Licht der Feuerwehren. Er gestikuliert wild mit Armen und Beinen als hätte er die Idee des Jahrhunderts, wie man den Wassermassen Herr werden könnte. Nur mit einer Badehose bekleidet (!) sprintet Adi über die knöcheltief überflutete Fahrbahn, japst einmal, packt mich an den Schultern und sagt: "Mein Jott, warum habt ihr dat Jubiläum von meinem Schützenzug nich' inne Zeitung jebracht?" Es gibt Momente im Leben in denen möchte man verzweifeln.
