Holzheim. Unübersehbar ist zum Schützenfest die Gellsche Straße, zumindest im Bereich der Haus-Nummer 111, zu einem Schmuckstück geworden: Große Fahnen flattern im Wind, zum Haus hin ist eine grün-gelbe Allee entstanden, die in eine Residenz mündet, welche verkündet: Hier wohnt das Königspaar. SM Günter II. und Gattin Beate halten Hof und haben dazu von den Mannen vom Hauptmannszug der Gesellschaft Schützenlust, in dem der König seit einigen Jahren Mitglied ist, eine Residenz hingestellt bekommen, die ihresgleichen sucht. Zu dem attraktiven Entree aus Tannengrün führen fast 2000 gelbe Papierrosen hin, die fleißige Damenhände gedreht haben. Fähnchen und Lichterketten vervollständigen das Bild. Sogar das extra aufgestellte WC hat seinen Blumenschmuck abbekommen. Im Garten sind große Zelte aufgestellt, um Gäste zu beherbergen, die Decken der Tische natürlich auch in Grün-Gelb; sogar die auf dem kleinen Teich schwimmenden Plastikenten, die als Gag mitgebracht wurden, tragen diese Farbe. Denn Grün-Gelb ist in Holzheim bekanntlich die Farbe der Schützenlust. "Wir haben ein Paket "all inclusive" bekommen", hat Günter Mertens überrascht festgestellt, "vom Werkzeug, Material bis hin zum Müllbeutel hatten die Residenzbauer alles dabei." Denn wie perfekt geschmückt wird, musste den Helfern niemand sagen; immerhin hat der Zug in den vergangenen vier Jahren nunmehr drei Schützenkönige gestellt: Hubert Hannen, Herbert Blank und jetzt Günter Mertens. Doch auch die Nachbarschaft wollte nicht zurückstehen. Beate Mertens: "Jeder hat gefragt, können wir mithelfen. Es ist schön, dass die Gemeinschaft der Schützen so einen Anlass bietet, auch bislang etwas Außenstehende in unser Fest einzubinden." Am vergangenen Mittwoch hatte das Königspaar die Gelegenheit ergriffen, mit all diesen Helfern die Residenz einzuweihen.

Mit der Königswürde hat sich Günter Mertens einen schon länger gehegten Traum erfüllt. "König wollte ich schon als fünfjähriger Steppke werden." Schützenblut hat die diesjährige Majestät ohne Frage schon "mit der Muttermilch aufgesogen". Vater Bruno war immerhin 25 Jahre Regimentsoberst und Mertens junior von 1979 bis 1991 sein Adjutant. Seit 1992 ist Günter selbst Oberst und wurde 1997 aufgrund seiner bravourösen Führung von den Schützen einstimmig zum Generaloberst ernannt. Seine Liebe zu Pferden macht sich gerade zum Schützenfest auffällig bemerkbar: Es ist ein schönes Bild, wenn der Generaloberst zusammen mit seinem Adjutanten Friedel Müntnich auf prächtigen Schimmeln die Parade anführen.

Immerhin drei Gründe waren für Günter Mertens in diesem Jahr Anlass, sich um die Königswürde zu bewerben. Zum einen feiert er das 25-jährige Schützenjubiläum, zum anderen kann er in diesem Jahr mit 40 einen runden Geburtstag feiern. Nicht zuletzt ist er als Sprecher des Organisationskomitees 1200 Jahre Holzheim auch so stark in das Jubiläumsjahr eingebunden, dass dieses ein weiterer Beweggrund war.

Normalerweise wird der neue Schützenkönig von Präsident und Komitee in den Ablauf des Schützenfestes und den Jahreskreis mit den vielen Einladungen eingewiesen. Das war diesmal nicht nötig. "Dir brauche ich ja nichts zu erzählen", stellte Präsident Hermann Verfürth gleich bei der Proklamation fest. Denn Günter Mertens gehört als Regimentsoberst zum Komitee und damit zur Führung des Bürger-Schützenvereins. Davon profitiert auch seine Frau Beate, die ebenso weiß, "wie der Hase läuft". Trotzdem ist das alles auch für Beate etwas Neues. "Ich habe nach der langjährigen Erfahrung gedacht, das machst Du alles mit links, doch es gibt doch noch viele Dinge, an die wir jetzt mit Herzklopfen herangehen." Dazu gehört, dass Ehemann Günter die schmucke blaue Uniform gegen einen Frack tauschen muss und Beate zum Ballkleid ganz besonders schöne Schuhe aussuchen wird. "Dann werden wir probehalber zu Hause den Königswalzer aufs Parkett legen", haben sich beide für die kommenden Tage vorgenommen.

Da werden die beiden Töchter Christina (13) und die zehnjährige Elisabeth aber staunen. Das die beiden Eltern nun besonders im Mittelpunkt stehen, finden sie sowieso "echt cool". Da wird auch ein wenig Glanz auf die beiden abfallen. Auch Hündin Flo ist schon "raderkastendoll", begrüßt jeden Besucher freundlich und kann es nicht lassen, die grün-gelben Plastikenten im Gartenteich zu jagen.

Fam Mertens

Die Königskrone aus Goldfolie hat die Nachbarschaft geschenkt: Das Königspaar Günter und Beate Mertens mit den Töchtern Elisabeth(links) und Christina (rechts, mit Flo).

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