Schützenlust hat das 100 jährige im Mai mit rauschenden Festen gefeiert
Grüner Rock und schwarze Hose: Die Gesellschaft Schützenlust Holzheim
Die Gesellschaft Schützenlust Holzheim kann in diesem Jahr auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken, wobei dieser runde Geburtstag Ende Mai in gebührender Form begangen wurde: Mit einem Festkommers, einem festlichen Gottesdienst, einem tollen Gesellschaftsball und einem musikalischen Frühschoppen. Und nunmehr sehen die Mannen der Schützenlust mit Freude auch dem Holzheimer Heimatfest entgegen.
Gegründet wurde die Gesellschaft im November des Jahres 1900 von 18 Männern, die nach der Chronik aus den Reihen der Grenadiere gekommen sein sollen. Zum ersten Hauptmann wurde August Hermann Burbach gewählt. Den Männern der ersten Stunde wurde auferlegt, ein eigenes Gewehr zu kaufen, da von Anfang an der Schießsport eine tragende Rolle in der Gemeinschaft spielen sollte. Vor allem Hans Gieretz hat sich hier verdient gemacht. Ein Jahr nach der Gründung wurde die erste, heute noch vorhandene Vereinsfahne angeschafft. Gleich im ersten Jahr des Bestehens stellte man mit Peter Tillmann auch gleich den ersten Schützenkönig, dem 1912 mit Franz Monka der zweite König folgte.
Der Erste Weltkrieg brachte den ersten Einschnitt. Aber beim Schützenfest 1920, mit dem der schützenfestliche Faden wieder aufgenommen wurde, war die Gesellschaft wieder dabei - mit Christian Burbach als Hauptmann, der dieses Amt von seinem im Krieg verstorbenen Vater übernommen hatte. In den folgenden Jahren nahm die Schützenlust dann einen kontinuierlichen Aufschwung, weitere Könige gingen aus der Gesellschaft hervor, der Schießsport wurde mit viel Liebe und entsprechende Erfolgen gepflegt. Die Zeit nach der so genannten Machtergreifung brachte einen zunehmenden Mitgliederschwund, so dass beim ersten Schützenfest nach dem zweiten Weltkrieg, beim Fest des Jahres 1950, nur noch eine klein gewordenen Schar im Regiment zu erblicken war. Die Gesellschaft fing sich dann aber wieder, aufgrund der gestiegenen Mitgliederzahl kam mehr und mehr der Gedanke auf, ein eigenständiges Korps zu gründen. Beim Schützenfest 1958 war es dann der Fall. Winand Tillmann wurde der erste Major des nunmehrigen Korps, als Adjutant marschierte Matthias Kluth an seiner Seite. Matthias Kluth, der 1959 die Holzheimer Schützenkönigswürde erringen konnte, wurde 1967 von der Generalversammlung zum Major gewählt und bestimmte Hubert Bodewein zu seinem Adjutanten. Vier Jahre später gab es dann in der Gesellschafts-Spitze insofern eine einschneidende Änderung, als der Posten des Vorsitzenden von dem des Majors getrennt wurde. Matthias Kluth hatte diesen Wunsch geäußert. Er blieb als Major der Truppe erhalten, derweil Toni Schlüter den Vorsitz bei der Schützenlust übernahm.
1975 wurde alsdann in großem Rahmen das 75jährige Jubiläum der Gemeinschaft begangen, wobei zum Jubiläumsakt auch der damalige Oberbürgermeister Herbert Karrenberger erschien und in seiner Ansprache darauf verwies, dass den Schützen nach der kommunalen Neugliederung eine ganz besondere Aufgabe zukomme: Die der Integration.
Im Jubeljahr konnte sich als dann Hauptmann Adi Kremer mit der Königswürde schmücken. Er war es dann auch, der nach dem 1978 erfolgten Rücktritt von Matthias Kluth zum Major avancierte, sein Adjutant ist Herbert Blank. 1985 gab es dann auch einen Wechsel des Vorsitzenden. Für den plötzlich verstorbenen Toni Schlüter übernahm Rolf Hoppe das Amt des Vorsitzenden und übte dies bis 1991 aus. Danach übernahm Adi Kremer zusätzlich das Amt des Vorsitzenden. Als Mitglied der Schützengilde Neuss wurde Adi Kremer vor zwei Jahren auch Neusser Schützenkönig. Elf Holzheimer Schützenkönige gingen bislang aus der jubilierenden Gesellschaft Schützenlust hervor, wobei sich Hardy Brand gleich zwei Mal mit der Würde hatte schmücken können. Es sind dies: 1900: Peter Tillmann, 1912: Franz Monka, 1934: Jakob Delvos, 1936 Hubert Demacker, 1950: Ludwig Grassmann, 1952: Winand Tillmann, 1958: Hardy Brand, 1975: Adi Kremer, 1989: Hardy Brand, 1998: Hubert Hannen, und 1999: Herbert Blank. Heute besteht die Gesellschaft aus zehn Zügen mit insgesamt etwa 120 Mitgliedern. Und immer noch marschiert das Korps aus Tradition in "schwatte Buchsen". Aber Major Adi Kremer und Adjutant Herbert Blank sind mittlerweile zu Paraden und Umzügen beritten.
